Das schweigende Klassenzimmer

Land/Jahr Deutschland 2018
Regie Lars Kraume
Darsteller Leonard Scheicher, Tom Gramenz, Ronald Zehrfeld, Florian Lukas, Jördis Triebel, Burghart Klaußner u.a.
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe Sehenswert ab 15

Eine Abiturklasse in Stalinstadt (dem heutigen Eisenhüttenstadt) entschließt sich 1956 zu einer Schweigeminute, um der Opfer des Ungarnaufstandes zu gedenken. Den Zusammenhalt der Klasse wertet der Staat als konterrevolutionären Akt und allen Schülern wird mit dem Ausschluss von der Abiturprüfung gedroht. Auf wahren Begebenheiten beruhendes Drama, mitreißend und souverän inszeniert.  

Im Oktober 1956 erfahren zwei Abiturienten aus Eisenhüttenstadt von der blutigen Niederschlagung der Unruhen in Ungarn. Spontan organisieren sie eine Schweigeminute in ihrer Klasse, was massive Repressionen der DDR-Behörden nach sich zieht. Das mit viel Feingefühl inszenierte Drama konzentriert sich auf die Gewissensnot der Jugendlichen. Sie sollen die Namen der Rädelsführer verraten, wenn sie zum Abitur zugelassen werden wollen. Ihre Figuren sind als komplexe Charaktere angelegt, was ihr moralisches Dilemma umso glaubwürdiger macht. 

Kinotipp der katholischen Filmkritik 355/März 2018